Ausführliche Informationen zum Thema
KOXARTHROSE
(Arthrose des Hüftgelenks)
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unten auf dieser Seite)
Als Koxarthrose wird die Arthrose des Hüftgelenks bezeichnet.
In den meisten Fällen beginnt die Coxa rthrose mit einer schmerzhaften Bewegung seinschränkung bei der Innenrotation (= Einwärtsdrehen) des Beines, zunächst auch nur zu Beginn der Bewegung (sog. Anlaufschmerzen). Typisch für Hüfterkrankungen sind auch Leistenschmerzen, die über die innere und vordere Seite des Oberschenkel s bis zum Knie ausstrahlen können. Die Ausbildung von Schmerzen hängt vom Ausmaß der sog. Begleit synovialitis (Begleit-synovitis) (= begleitende En tzündung der Gelenk innenhaut) ab. Im weiteren Verlauf kommt es zu Kontrakturen (= unwillkürliche Dauerverkürzung von Muskeln bzw. Muskel gruppen), Gelenk ergüssen (= krankhafte Flüssigkeitsansammlung im Gelenk) und Kapselverdickungen. Auch ändert sich allmählich das Gangbild, weil der Patient das Gewicht mehr auf die gesunde Seite verlagert, um damit eine Erleichterung der Schmerzen zu erreichen.
Man unterscheidet bei der Koxarthrose (Arthrose des Hüftgelenks) zwei Formen:
1. Id iopathische Koxarthrose. Darunter versteht man eine Eigenerkrankung des Hüftgelenks in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit des Gelenkknorpels ohne Vorerkrankung.
2. Sekun däre Koxarthrose nach Vorerkrankungen. Typische Vorerkrankungen sind z.B. die rheumatische Arthritis (= Gelenkentzündung), kongenitale Hüftluxationen (= angeborene Hüftgelenkausrenkungen), Schenkelhalsbrüche, id iopathische (= ohne erkennbare Ursache entstandene) Nekrosen (= örtlicher Gewebstod) des Hüftkopfes.
Die Koxarthrose ist die häufigste Erkrankung des Hüftgelenks und damit auch die die häufigste Ursache für Schmerzen im Hü ftgelenk.
Die Koxa
rthrose
ist eine vorwiegend degenerative
(= abnutzungsbedingte)
Gelenkerkrankung,
hauptsächlich des Gelenkknorpels, die (mit großen Schwankungen) erst mit
zunehmendem Alter auftritt. Es bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend
funktionsbehindernde Gelenkveränderungen (Gelenkverschleiß)
infolge eines Mißverhältnisses zwischen Belastung und Belastbarkeit des
Gelenkknorpels.
Die Ausbildung einer Koxa
rthrose
und der damit verbundenen
Schmerzen kann
durch mehrere Faktoren begünstigt werden. So z.B. durch Vorschädigungen infolge
eines Unfalls oder auch eigenständige
Gelenksentzündungen
(Coxitis). Darüber
hinaus können auch permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der
Beine (X-
oder O-Bein
e) zu einer Koxa
rthrose
führen. Zur Prävention
(= Vorbeugung) sollten deshalb
präarthrotische (= einer
Arthrose
vorausgehende, begünstigende)
Deformitäten (=
Fehlbildungen) beseitigt werden.
In den letzten Jahren hat die operative Behandlung der schmerzhaften Koxarthrose große Bedeutung erlangt. Folgende Methoden stehen zur Verfügung:
Nicht wenige Patienten mit Schmerzen aufgrund einer Koxarthrose kommen zur Schmerzbehandlung, weil sie eine Operation vermeiden bzw. zeitlich hinauszögern wollen oder eine Operation aus anderen gesundheitlichen Gründen risikobehaftet ist. Die moderne Schmerztherapie verfügt über hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten, die auch bei Koxarthrose z.T. zu erstaunlichen Resultaten führen.
Schmerztherapie bei einer Arthrose des Hüftgelenks
Therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
zur
Schmerzbehandlung:
Bei anhaltenden Schmerzen aufgrund
einer Arthrose des
Hüftgelenks sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt
werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder
Suchtpotential, ist die
therapeutische Lokalanästhesie
mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockade
n. Dabei wird das schmerzhafte Gelen k wiederholt (stationär
bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die Gelenkkapsel herum)
infiltriert. Das Gelen k kann auch mit
"Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer"
Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe sind bei schmerzhafter
Coxa
rthrose
häufig auch
Katheterverfahren
sinnvoll. Hierbei wird über einen dünnen Kunststoffschlauch, der in örtlicher
Betäubung dicht an schmerzleitende
Nerven
strukturen gelegt wird, mehrfach täglich ein
örtliches Betäubungsmittel
eingespritzt. Der Katheter wird nach ca. 14-tägiger, konsequenter
Behandlungszeit dann wieder entfernt.
Die das Hüftgelen
k versorgende Ner ven stammen aus dem
sog. Pl
exus lum balis
(= Nervengeflecht der
Lende).
Dieser
Plexus kann über
den Nervus femora
lis
(= vorderer
Oberschenkel
nerv), der selbst dem Pl
exus lum balis
entstammt, betäubt werden. Der dünne Kunststoffschlauch (Katheter) wird deshalb
etwas unterhalb der
Leiste an den
vorderen Oberschenkelnerv gelegt, und zwar genau in dessen Ner
venscheide (=
Gewebsumhüllung der Nervs). Während nun das
verdünnte
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel)
mehrmals täglich in den Katheter eingespritzt wird, wird der Oberschen
kel mit einer Manschette unterhalb der Kathetereinstichstelle abgestaut.
Auf diese Weise wird das eingespritzte örtliche Betäubungsmittel innerhalb der
Ner
venscheide nach oben „getrieben“ und betäubt
dann zusätzlich den Pl
exus lum balis und damit auch
das Hüftgelen
k.
Wenn die Arthrose des
Hüftgelenks beiderseits besteht, wird man eher die epidurale
(= rückenmarknahe)
Betäubung mit Katheter durchführen.
Grundsätzlich wird das
Lokalanästhetikum
jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität
(= u.a.
Schmerz
empfindung)
betroffen ist, die Motorik
(=
Muskel
funktion)
aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende
sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind,
bzw. bei stärkeren
Schmerz en durch Hemmung der
Nozizeption (=
Schmerz
reizleitung) erst
möglich werden.
Nervenblockaden
haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige
Blockade vegetativer Nervenfaseranteile
(= Ner
ven des unwillkürlichen
Nervensystems) kommt es im
korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung,
die jedem entzündlich/degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In
diesem Sinne ist bei
Coxa
rthrose
diese Behandlung nicht nur symptomatisc
h (= nicht nur
auf den Schmerz gerichtet), sondern
auch kurativ
(= heilend).
Aktuell schreibt die
Deutsche Arthrose-Hilfe e.V. dazu:
" Was tun gegen
Arthrose
in der
Hüf
te? Schmerzen in der Hüf
te können in vielen Fällen auf eine
Durchblutungsstörung hinweisen, die sogar zu einem Zusammenbrechen des
Hüftkopfs führen kann. Oft entwickelt sich dann eine besonders schwere Ar
throse des
Hüftgelenk
s."
Physikalische
Schmerztherapie:
Auch eine Elektrostimulation kann bei
einer Arthrose des
Hüftgelenks eine Linderung der Schmerzen herbeiführen. Die
transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat
den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die
Elektroden werden paarig über dem Gelen k aufgeklebt. Durch
Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung
optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche
Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen
Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einer
Coxa
rthrose
empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser
wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Schmerzen in den
Hüf
ten lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei
Coxa
rthrose
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber
unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur
diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.
Andere Maßnahmen zur
Schmerztherapie:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur
(Schmerzakupunktur)
zur Behandlung einer schmerzhaften Koxarthrose nicht unerwähnt
bleiben. Auch eine
Magnetfeldtherapie (pulsierende
Signaltherapie) kann bei einer
Arthrose des Hüftgelenks
hilfreich sein, gleiches gilt für die
Hochtontherapie.
Hypnoide (=
bewußtseinsverändernde) Verfahren
wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen
der
psychologischen
Schmerztherapie eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Bei
chronischen Schmerzen
aufgrund einer Koxarthrose ist auch ein
Schmerzbewältigungstraining
sinnvoll.
Kommt man um eine Operation nicht mehr herum, weil z.B. durchblutungsfördernde Maßnahmen nicht, oder zu spät eingeleitet wurden, so bieten die Methoden der modernen Schmerztherapie optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende Anschlußheilbehandlung (Anschlußrehabilitation). Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
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Aktualisiert: >29.04.2007</>
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